| Themenübersicht (Neueste zuerst) |
| Geschrieben von Scylla - 30.08.2026, 19:02 |
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Urlaub ist wichtig! Welchen ich auch dringend brauche...
![]() Aber freut mich richtig sehr, dass dir das Konzept so gefällt, ich habe versucht es irgendwie logisch zu gestalten, ohne das Monster zu verlieren, welches sie nun mal ist. ![]() Also ich bestehe darauf das Hydra und Scylla sich auf ihren Reisen kennenlernen und dann einfach Besties werden. Leidensgenossen müssen auf jeden Fall zusammen halten. Sie setzten sich dann einfach so zusammen und machen daraus eine Therapiesitzung und beschweren sich über Herakles. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die beiden auch mal zusammen reisen. Die Idee mit Hekate finde ich sehr gut, in der Mythologie wurde die Fackel erwähnt, aber nicht woher und was genau die ist. Falls also Deimos nichts dagegen hat, können wir das gerne übernehmen und Hekate wird dadurch ein kleines Fangirl bekommen. ![]() Mit Töchtern hat man immer als Vater viel zu tun. Aber ich finde es irgendwie süß, wenn Thaumas bei ihr in der Höhle dann auftaucht und sie sich miteinander unterhalten. Er darf dann auch die Hundeköpfe streicheln. ![]() |
| Geschrieben von Hydra - 30.08.2026, 17:14 |
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Endlich komme ich auch zu meiner Rückmeldung, nachdem der Urlaub da so unpassend zwischengefallen ist
![]() Das Konzept von Scylla gefällt mir richtig, richtig gut! Aus Teamsicht sehe ich auf jeden Fall keine Probleme, Scylla in dieser Form zu spielen und vor allem auch in unsere Welt zu integrieren. Gerade auch, dass sie nicht mehr zwangsweise an ihre Meerenge gebunden ist und wie das Ganze zustande gekommen ist, ist sehr stimmig. Ich bin schon ganz gespannt, wie sich das Ganze auf das Inplay auswirkt und will dir im Rahmen dessen auch gleich noch als Spielerin ein paar Connections zur Verfügung stellen! Direkt in den Kopf gekommen ist mir die Hydra, zu der Scylla ja einige Ähnlichkeiten aufweist (und Monster müssen schließlich zusammenhalten, oder?). Nicht nur das Monsterdasein, sondern auch der Tod durch Herakles samt Rückkehr in einem anderen Körper als vorher (auch wenn der von Scylla ja faktisch mal ihr gehört hat), sowie die Stimmen in den Köpfen der Beiden kann ich mir unglaublich spannend vorstellen. Zumal die Beiden auch charakterlich recht ähnlich scheinen, was ihre Vorsicht und das Misstrauen angeht. Ob die Beiden sich noch von früher kennen, bezweifle ich ein wenig - zumindest nicht persönlich, da sie ja an unterschiedlichen Orten gewohnt haben. Aber man kann sicherlich voneinander gehört haben und gerade jetzt, wo Beide auch frei reisen können, kann man vielleicht auch aufeinander treffen und sich über die Ungerechtigkeiten des Lebens austauschen ![]() Dann kam mir Hekate in den Sinn, vor allem (aber nicht ausschließlich) wegen der Fackeln, die Deimos benutzt hat. Ich weiß nicht, wie viel und wie genau ihr da geplant habt, aber Hekate ist als Fackelträgerin bekannt und auch für Magie sowie Schwellen und Übergänge zuständig. Falls ihr möchtet (das ist aber wirklich nur ein Angebot und muss nicht angenommen werden), könnte Deimos die Fackeln von Hekate erhalten haben, da Scylla ja durchaus mit ihren Verwandlungen an Schwellen/Übergängen steht und Hekate Deimos kennen dürfte. Sie ist ohnehin recht großzügig, wenn man ihr respektvoll entgegentritt. Es wäre daher gar nicht so abwegig, dass sie Mitleid mit Scylla hatte und Deimos ihre Hilfe angeboten hat? Wie gesagt, das ist nur eine Idee, kam mir aber beim Lesen direkt ![]() Dann kann ich dir als frühere (und wenn du magst auch aktuelle) Bekanntschaft noch Thaumas anbieten. Er ist ein sehr sehr alter Meeresgott und hält sich aus Machtkämpfen heraus, weil er meist zu genüge mit seinen Töchtern beschätigt ist, hat aber ein extrem ruhiges und loyales Gemüt. Ich denke, dass er die Geschichte von Scylla durchaus verfolgt haben und Mitleid mit ihrem Schicksal gehabt haben dürfte. Vielleicht war er auch hin und wieder an ihrer Meerenge und man hat sich dadurch getroffen? Zumal Charybdis auch seine Schwester ist. Wenn du magst, kann ich dir da also was Positives anbieten ![]() Bei allen anderen Charakteren gäbe es sicherlich auch Möglichkeiten für eine Verbindung, aber die Drei sind mir jetzt am ehesten passend vorgekommen ![]() |
| Geschrieben von Scylla - 23.08.2026, 00:09 |
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SCYLLA
die mit sechs Köpfen die Meerenge bewacht "One misstep, you're mine and you better stay clever if you wanna survive. Once you cross the line you'll be wishing you had listened. When you meet your demise." – Ruelle
✦ Monster ✦ Wächterin der Meerenge ✦ Deva Cassel ✦
Ich hoffe, dass Scylla so in Ordnung ist. Ich war nämlich ziemlich überfordert, aber dank euch, habe ich es doch geschafft. Scylla ist nicht 1 zu 1 wie in der Mythologie - Schande über mich, Schande über meine Kuh :'D - aber ich wollte sie einfach nicht in der Meerenge versauern lassen. Falls ich etwas verändern soll, hinzufügen soll, etc. einfach mir Bescheid geben. :3◆ ZUSAMMENFASSUNG DER STORY Anmerkung von mir: Ich bin vielleicht ein bisschen eskaliert, aber naja... was solls, jeder der nicht alles lesen will, kann gerne hier die Zusammenfassungen lesen, unten ist dann die gesamte Geschichte. xD Mit den erwähnten Personen in der Geschichte, außer der Mutter, Kirke (Circe) und Odysseus (Schande über mich) wurde alles abgesprochen. :3 Herkunft: Scylla ist die Tochter der Meeresnymphe Krataiis und des Schreckensdaimons Deimos. Sie wächst behütet an der Küste auf – neugierig, mitfühlend, unbeeindruckt von ihrer eigenen Schönheit, obwohl selbst Götter sich nach ihr umdrehen. Der Verrat: Der Meeresgott Glaukos verliebt sich in sie, sie weist ihn aber ehrlich zurück. Er wendet sich an die Zauberin Kirke, die zunächst zögert – bis Anteros, der Gott der erwiderten Liebe, in ihr Neid und Zorn sät. Kirke vergiftet daraufhin Scyllas Lieblingsbucht. Die Verwandlung: Beim harmlosen Baden verwandelt sich Scylla in ein Monster mit sechs Hundeköpfen. Ihre Eltern lieben sie trotzdem weiterhin, können den Fluch aber nicht brechen. Da sie unter Menschen und Nymphen nicht mehr leben kann, zieht sie sich an eine einsame Meerenge zwischen Sizilien und Italien zurück – gegenüber von Charybdis. Die Legende: Getrieben von unstillbarem Hunger tötet sie erst Tiere, dann Menschen. Aus ihr wird die berüchtigte "Scylla", vor der sich Seefahrer fürchten – darunter Odysseus, der sechs seiner Männer an sie verliert. Jahrhunderte später wird sie von Herakles im Kampf getötet. Wiedergeburt: Ihr Vater Deimos entzündet ihren leblosen Körper mit einer magischen Fackel und befreit sie so vom Formzwang des Fluchs. Sie erwacht neu – fähig, zwischen Nymphen- und Monstergestalt zu wechseln. Ihre sechs Köpfe werden zu sechs inneren Stimmen (Aster, Thera, Phylax, Deilia, Orgē und Peina), die verschiedene Seiten ihrer Persönlichkeit verkörpern. Heute: Scylla ist frei, kann reisen und wieder unter anderen sein – misstrauischer und vorsichtiger als früher, aber mit dem alten neugierigen Mädchen noch immer irgendwo in sich. Der Kampf zwischen Hunger, dem Monster und ihrem Selbst bleibt ihr ständiger innerer Konflikt, doch zum ersten Mal seit Jahrhunderten entscheidet sie selbst über ihr Schicksal. ◆ CHARAKTEREIGENSCHAFTEN Anmerkung von mir: Ich hasse Charaktereigenschaften zu beschreiben. :'D Scylla ist eine ruhige, zurückhaltende und ausgesprochen aufmerksame Persönlichkeit, die ihr Vertrauen nur langsam verschenkt. Trotz ihrer außergewöhnlichen Schönheit ist sie nicht eitel oder arrogant, sondern begegnet anderen grundsätzlich auf Augenhöhe. Sie besitzt ein weiches Herz und einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, insbesondere gegenüber Außenseitern. Hinter ihrer vorsichtigen Art steckt eine neugierige und stellenweise verspielte Frau, die nach Jahrhunderten der Isolation endlich beginnt, die Welt außerhalb ihrer alten Heimat kennenzulernen. Sie besitzt einen trockenen Humor und kann überraschend frech sein, sobald sie sich bei jemandem sicher fühlt. Scylla ist loyal und würde für die wenigen Menschen, die sie wirklich liebt, viel riskieren. Gleichzeitig hat sie große Schwierigkeiten mit Kontrolle, Besitzansprüchen und erzwungener Zuneigung. Ihre Vergangenheit hat sie misstrauisch gemacht und dafür gesorgt, dass sie ihre eigenen Gefühle nur selten offen zeigt. Ihre größte innere Herausforderung bleibt jedoch der Hunger, der in ihrer Monsterform erwacht. Sie fürchtet, irgendwann vollständig von ihm beherrscht zu werden und zu genau dem Monster zu werden, als das die Welt sie seit Jahrhunderten kennt. Scylla ist weder vollkommen sanft noch vollkommen grausam. Sie ist beides – Nymphe und Monster, Verletzlichkeit und Stärke, Neugier und Misstrauen. Und zum ersten Mal in ihrem langen Leben versucht sie herauszufinden, wer sie sein möchte, wenn niemand anderes mehr über sie entscheidet. ◆ GESTALTWANDEL – DIE ZWEI FORMEN DER SCYLLA Seit der Fackel des Deimos ist Scylla nicht länger an eine einzige Form gebunden. Sie trägt zwei Gestalten in sich, und anders als früher entscheidet heute meistens sie selbst, welche davon die Oberhand gewinnt. Die Nymphengestalt In ihrer menschlichen Form ist Scylla eine junge Frau von außergewöhnlicher Schönheit, kaum von einer gewöhnlichen Meeresnymphe zu unterscheiden. In dieser Gestalt kann sie unter Menschen und Göttern wandeln. Es ist die Form, in der das Mädchen von früher noch aufblitzt – neugierig, warmherzig, verletzlich. Die Monsterform Gibt sie dem Ruf des Fluchs nach – oder wird von starken Emotionen wie Wut, Angst, aber vor allem Hunger überwältigt – beginnt die Verwandlung. Zuerst verändern sich ihre Augen, werden kälter, tierischer. Dann bricht der Körper auf: Aus ihrem Körper wachsen sechs lange, schuppige Hälse, jeder gekrönt von einem hundeähnlichen Kopf mit scharfen Zähnen. Ihre Beine verschmelzen zu etwas, das nicht mehr menschlich ist. In dieser Form besitzt sie enorme physische Kraft, Reichweite durch die sechs unabhängig agierenden Köpfe, und die Sinne eines Raubtiers – sie riecht Angst, hört das leiseste Geräusch, lange bevor es in Sicht kommt. Der Auslöser: Hunger Der gefährlichste Faktor ist nicht ihr Wille, sondern ihr Hunger. Er wächst unabhängig davon, ob sie es will oder nicht, und wird durch den Kopf Peina verkörpert – die leise, überredende Stimme, die ihr einflüstert, wie einfach es wäre nachzugeben. Je länger sie ihn unterdrückt, desto schwerer wird die menschliche Form zu halten. Die sechs Köpfe als eigenständige Stimmen Anders als vor ihrer Wiedergeburt sind die sechs Köpfe keine stummen Körperteile mehr, sondern tragen je einen Teil ihrer Persönlichkeit: Aster (der Beobachter), Thera (die Jägerin), Phylax (der Beschützer), Deilia (die Angst), Orgē (der Zorn) und Peina (der Hunger). In der Monsterform agieren sie teils unabhängig voneinander – was ihr taktische Vorteile im Kampf verschafft, sie aber auch anfällig macht, wenn die Stimmen untereinander uneins sind. Rückverwandlung Der Weg zurück in die Nymphenform erfordert bewusste Anstrengung – vor allem emotionale Ruhe. Solange Wut, Angst oder Hunger dominieren, bleibt sie im Monsterkörper gefangen. Erst wenn sie sich sicher, ruhig oder geliebt fühlt, gelingt ihr der Rückweg leichter. ◆ BEZIEHUNG ZU MUTTER UND VATER Krataiis – Mutter Krataiis ist Scyllas engste Bezugsperson und war während ihrer Kindheit ihr Zuhause und ihre wichtigste Stütze. Während Deimos immer wieder kam und ging, war Krataiis diejenige, die Scylla großzog und ihr die Liebe zum Meer vermittelte. Auch nach Kirkes Fluch wich sie nicht von ihrer Tochter zurück und sah in ihr niemals ein Monster. Ihre Beziehung ist von tiefer Liebe, Vertrauen und gegenseitigem Schutz geprägt, auch wenn die Ereignisse um Scyllas Verwandlung bei beiden tiefe Narben hinterlassen haben. Heute unterstützt Krataiis Scyllas neu gewonnene Freiheit, auch wenn es ihr manchmal schwerfällt, ihre Tochter erneut ziehen zu lassen. Deimos – Vater Deimos war während Scyllas Kindheit nie dauerhaft anwesend, doch seine seltenen Besuche waren für seine Tochter stets etwas Besonderes. Zwischen ihnen besteht eine eher stille, aber tiefe Verbindung. Deimos hat Scylla niemals aufgrund ihrer Andersartigkeit oder später ihrer monströsen Gestalt verurteilt. Als Herakles sie tötete, war er es, der sich weigerte, seine Tochter ein zweites Mal zu verlieren und sie mithilfe seiner brennenden Fackel zurück ins Leben holte. Ihre Beziehung ist heute von Liebe, gegenseitigem Respekt und einigen unausgesprochenen Verletzungen geprägt. Scylla weiß jedoch, dass Deimos sie niemals aufgeben würde. ◆ GESAMTE STORYLINE SCYLLA - TOCHTER DES MEERES UND DES SCHRECKENS „Niemand wird als Monster geboren. Ich auch nicht. Das hat erst die Welt aus mir gemacht.“ Meine Mutter war Krataiis, eine uralte Meeresnymphe, launisch wie das Wasser selbst und genauso schnell wieder sanft. Mein Vater war Deimos, der Schrecken in Person – ein Daimon, der die Angst besser kannte als jeder andere Gott. Zwei Welten trafen in mir aufeinander, das Meer und das Grauen. Herausgekommen ist trotzdem erst mal: ein ganz gewöhnliches Kind. Eines, das quengelte, wenn es müde war, und dessen Lachen bis zu den Klippen hallte, wenn die Sonne aufs Wasser traf. Aufgewachsen bin ich bei meiner Mutter, an einer Küste, die ich in- und auswendig kannte – jede versteckte Bucht, jeden warmen Felsen, jede Stelle, an der das Wasser auch bei Windstille unruhig blieb. Mit den anderen Nymphen bin ich durchs klare Wasser getaucht, habe Muscheln gesammelt und Steine mit seltsamen Formen, mich stundenlang zwischen den Felsen versteckt. Ich war immer die, die ein Stück weiter hinausschwamm als die anderen. Ich wollte einfach wissen, was hinter der nächsten Sandbank lag. Dass ich schön war, wusste ich – aber es hat mich nie besonders interessiert. Mit den Jahren wurde aus dem hübschen Kind eine junge Frau, nach der sich selbst Götter umdrehten, und ich habe bis heute nicht ganz verstanden, was daran so besonders sein sollte. Wenn eine Freundin ihre Muschel im Sand verlor, bin ich mit ihr auf allen vieren durch den Schlamm gekrochen, bis wir sie wiedergefunden hatten. Wenn eine der Jüngeren sich vor der Tiefe fürchtete, bin ich einfach neben ihr sitzen geblieben, bis die Angst vorbei war. Von meiner Mutter habe ich gelernt, das Meer zu lesen wie eine Sprache – die Wellen, den Wind, die Farbe des Himmels vor einem Sturm. Oft habe ich ein Unwetter kommen gespürt, lange bevor die ersten Wolken zu sehen waren. Mein Vater dagegen war eher eine Erscheinung als eine Konstante. Er tauchte auf, verschwand wieder, manchmal für Monate. Aber wenn er da war, gehörte ihm meine volle Aufmerksamkeit – ich bin ihm entgegengelaufen, habe ohne Punkt und Komma geredet, ihm alles gezeigt, was ich in seiner Abwesenheit entdeckt hatte. Warum er nie geblieben ist, habe ich als Kind nicht verstanden. Vielleicht wollte ich es auch gar nicht verstehen. DER GOTT, DER MICH LIEBTE Je älter ich wurde, desto mehr Verehrer fand ich – Nymphen, Sterbliche, mächtigere Wesen. Ich blieb zurückhaltend, nicht aus Hochmut, sondern weil ich einfach nie das Bedürfnis hatte, mich zu binden. Wenn ich jemanden abgewiesen habe, dann ehrlich. Ich habe mich nie über die Gefühle anderer lustig gemacht. Ich habe einfach gesagt, was war: Mein Herz schlug nicht für sie. Mehr gab es dazu nicht zu sagen. Dann kam Glaukos. Der Meeresgott verliebte sich in mich mit einer Wucht, die ihn selbst überrascht haben muss – nicht nur wegen meines Aussehens, sondern wegen der Art, wie ich ihm begegnet bin: unbeeindruckt. Seine Göttlichkeit hat mich nicht beeindruckt und genau das hat ihn wohl nur noch verrückter nach mir gemacht. Als er mir seine Liebe gestand, hoffte er auf ein Ja. Ich konnte es ihm nicht geben. Ich habe es ihm offen gesagt und gehofft, er würde es respektieren. Er hat es nicht getan. Verzweifelt suchte er die Zauberin Kirke auf und bat um Hilfe. Kirke zögerte zunächst – warum sollte sie eine Nymphe bestrafen, nur weil diese die Gefühle eines anderen nicht erwiderte? Doch dann mischte sich Anteros ein, der Gott der erwiderten Liebe, zugleich Rächer aller, die verschmäht wurden. Ob aus Langeweile, Eifersucht oder schlichter Freude am Unheil – er begann, in Kirkes Kopf einen Gedanken zu pflanzen, immer wieder, bis er Wurzeln schlug: Warum sollte eine Nymphe einen Gott zurückweisen dürfen? Aus dem Gedanken wurde Neid. Aus Neid wurde Zorn. Ich hatte alles ohne Mühe bekommen, dachte sie sich wohl – die Liebe meiner Mutter, die Freiheit des Meeres, ein Leben ohne Kampf – und jetzt hatte ich mir auch noch erlaubt, einen Gott abzulehnen. Das war zu viel für Kirke. Sie vergiftete das Wasser jener abgelegenen Bucht, in der ich seit meiner Kindheit gebadet hatte. Ich habe nichts geahnt. Ich bin ins Wasser gegangen wie an jedem anderen Tag meines Lebens. Es sollte der letzte normale Tag sein, den ich je hatte. DIE VERWANDLUNG Zuerst war da nur ein stechender Schmerz, irgendwo tief unter der Haut. Dann wurde daraus Panik. Mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Die Beine verformten sich, verschmolzen, verschwanden unter etwas, das nicht mehr ich war. Schuppen wuchsen über meine Haut. Aus meinem Rücken brachen sechs lange Hälse hervor, und an ihrem Ende: Hundeköpfe, mit aufgerissenen Mäulern, die genauso schrien wie ich. Das Meer schlug gegen die Felsen, als würde es meinen Schmerz mitfühlen. Ich kannte meinen eigenen Körper nicht mehr. Ich wollte fliehen – wohin auch? Das, wovor ich fliehen wollte, war jetzt Teil von mir. Meine Mutter hörte meinen Schrei und war binnen Sekunden an der Bucht. Was sie dort fand, hat sie für einen Moment erstarren lassen, das habe ich in ihrem Gesicht gesehen. Aber sie hat kein Monster gesehen. Sie hat mich gesehen. Sie hat versucht, den Fluch zu brechen, jede Kraft des Meeres zu Hilfe gerufen, die sie kannte – vergeblich. Nichts konnte die Magie aus meinem Körper lösen. Ich hatte Angst – nicht nur vor mir selbst, sondern davor, sie zu verletzen. Sie ist trotzdem nicht von meiner Seite gewichen. Mein Vater erfuhr erst später, was geschehen war. Als er mich schließlich sah, fand er keine Bestie. Er fand mich. Für ihn war ich dieselbe geblieben, auch wenn die Welt mich längst anders sah. DIE TOCHTER, DIE VERSCHWAND Mit diesem Körper konnte ich nicht am Strand meiner Kindheit bleiben. Ich konnte nicht mehr unbeschwert mit den anderen Nymphen schwimmen. Überall, wo ich hinsah, sah ich nur noch Angst in fremden Augen. Also bin ich gegangen – an einen abgelegenen Felsen, weit weg von allem, was ich kannte, wo ich eine dunkle Höhle über dem Meer fand. Mehr Zuhause blieb mir nicht. Die Jahre vergingen, und ich habe gelernt, mit diesem neuen Körper zu leben. Doch der Fluch brachte etwas mit sich, das ich nicht kommen sah: einen Hunger, der sich nicht stillen ließ. Zuerst reichten Fische und andere Tiere des Meeres. Irgendwann reichten sie nicht mehr. Der erste Mensch, den ich getötet habe, war vielleicht Zufall – kam zu nah an meine Höhle, zur falschen Zeit. Vielleicht war der Hunger einfach stärker als jede Vernunft. Was auch immer es war: Danach wusste ich, dass sich etwas in mir verändert hatte, unwiderruflich. Und die Menschen begannen, Geschichten über mich zu erzählen. DAS MONSTER DER MEERENGE Mein Felsen lag an einer gefährlichen Meerenge zwischen Sizilien und Italien. Auf der anderen Seite hauste Charybdis, ein zweites Ungeheuer der See – während ich über den Wellen lauerte, verschlang sie das Wasser selbst, saugte gewaltige Massen in einen Strudel und spuckte sie wieder aus. Für Seeleute gab es keinen sicheren Weg hindurch. Wich man Charybdis aus, geriet man näher an mich. Wich man mir aus, drohte der Strudel. Aus dieser ausweglosen Wahl wurde eine Redewendung: zwischen Scylla und Charybdis stehen – zwischen zwei Übeln wählen müssen. Mit der Zeit wuchsen die Geschichten über mich weit über das hinaus, was ich wirklich war. Aus sechs Köpfen wurden zwölf Füße, gewaltige Zähne, eine Gnadenlosigkeit, die es so nie gegeben hat. Jedes verschwundene Schiff machte die Legende ein Stück größer, ein Stück unmenschlicher. Irgendwann hieß es, selbst Götter würden diese Meerenge meiden. Und irgendwann erinnerte sich niemand mehr an das Mädchen, das lieber Muscheln sammelte, als jemandem wehzutun. Übrig blieb nur mein Name. Scylla. ODYSSEUS Kirke hatte ihn gewarnt, bevor sein Schiff überhaupt in Sichtweite meiner Meerenge kam. Odysseus wusste von mir, wusste von Charybdis, wusste, dass es keinen Weg gab, der an uns beiden vorbeiführte, ohne etwas zu verlieren. Er entschied sich für meine Seite der Straße. Ich habe das Schiff gehört, lange bevor ich es sah – das Knarren des Holzes, das Klatschen der Ruder, Stimmen, die versuchten, ruhig zu klingen und es nicht schafften. Ich habe die Angst gerochen, bevor ich überhaupt zugeschlagen habe. Sechs Köpfe sind aus dem Dunkel meiner Höhle geschnellt. Sechs Männer habe ich vom Deck gerissen, bevor Odysseus auch nur reagieren konnte. Retten konnte er sie nicht. Er konnte nur weitersegeln – und wurde damit selbst Teil einer Geschichte, die man sich noch Jahrhunderte später erzählen sollte. Sechs Namen gingen in der Legende unter. Ich wurde nur noch berühmter. Und noch einsamer. HERAKLES Jahrhunderte vergingen, ohne dass sich für mich etwas änderte, bis Herakles meine Meerenge erreichte. Anders als die meisten wich er nicht aus. Er sah in mir kein Hindernis, dem man auswich, sondern etwas, das man töten konnte. Es kam zum Kampf. Ich habe mich gewehrt, so gut ich konnte – aber gegen die Kraft eines Helden, den selbst Götter fürchteten, hatte ich keine Chance. Er hat mich getötet. Mein Körper blieb zwischen den Felsen liegen. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten war es still an meiner Meerenge. Ich war tot. Aber nicht für immer. DIE FACKEL DES DEIMOS Mein Vater kam zu spät. Aber er kam. Als er mich zwischen den Felsen liegen sah, weigerte er sich, mich ein zweites Mal zu verlieren. In seiner Hand brannte eine Fackel – kein gewöhnliches Feuer, sondern eines, das die Macht des Schreckens selbst in sich trug: die Angst vor dem Tod, die Angst vor dem Verlust, und dazu der Wille eines Vaters, der sich weigerte aufzugeben. Er hat meinen leblosen Körper entzündet. Die Flammen haben nicht meine Seele verbrannt – sie haben den Teil des Fluchs verbrannt, der mich an eine einzige Form gebunden hatte. Als das Feuer erlosch, habe ich die Augen geöffnet. Nicht als das Monster, das Herakles erschlagen hatte. Auch nicht als die Nymphe von früher. Sondern als beides zugleich – und zum ersten Mal konnte ich selbst entscheiden, welche Gestalt ich trage. Ich kann wieder die junge Frau vom Strand sein. Aber wenn der Hunger zu groß wird, kommt das Monster zurück. DIE SECHS STIMMEN Mit meiner Wiedergeburt haben sich auch meine sechs Köpfe verändert. Sie sind keine bloßen Körperteile mehr – jeder von ihnen trägt jetzt ein Stück meiner Seele. Aster beobachtet lieber, als dass er handelt. Thera liebt die Jagd, wild und ungeduldig. Phylax traut niemandem, der mir zu nahe kommt, und wacht über mich wie ein Hund über seine Herde. Deilia flüstert mir in dunklen Nächten zu, niemandem zu vertrauen – sie ist die Angst, die nie ganz verchwindet. Orgē trägt all den Zorn, den ich über Jahrhunderte hinuntergeschluckt habe und Peina, der Hunger, ist der gefährlichste von allen: leise, überredend, immer bereit, mir einzureden, wie einfach es wäre, einfach nachzugeben. Sechs Stimmen, sechs Teile von mir – aber die Entscheidung liegt noch immer bei mir. Zumindest meistens. SCYLLA HEUTE Zum ersten Mal seit meiner Verwandlung bin ich frei. Nicht länger an die Meerenge gekettet, kann ich meine Nymphengestalt annehmen und reisen, andere Küsten sehen, anderen Nymphen begegnen – Dinge tun, die mir vor dem Fluch nie möglich gewesen sind. Aber die Jahrhunderte sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Aus dem unbeschwerten Mädchen ist eine vorsichtige, misstrauische Frau geworden. Ich habe gelernt, dass Schönheit nicht automatisch Liebe bedeutet. Dass Liebe zu Besitzgier werden kann, wenn man sie zurückweist. Dass Menschen sich Geschichten über Dinge ausdenken, die sie nicht verstehen. Und dass ein Monster manchmal nichts weiter ist als jemand, den niemand mehr als Person sehen wollte. Trotzdem ist die alte Scylla nicht ganz verschwunden. Ich liebe das Meer noch immer, liebe die Stille, bin noch immer neugierig genug, um einer Sache nachzugehen, die ich nicht verstehe. Manchmal, wenn ich mich sicher genug fühle, blitzt das Mädchen von früher wieder auf – für einen Moment, für ein Lachen. Aber tief in mir lebt auch das andere weiter. Wächst der Hunger, verändern sich zuerst meine Augen. Die sechs Stimmen werden lauter, drängender, und meine menschliche Gestalt wird schwerer zu halten. Irgendwann muss ich mich entscheiden: Gebe ich dem Hunger nach – oder beweise ich wieder, dass ich mehr bin als das, wozu die Welt mich einmal gemacht hat? Vielleicht kenne ich selbst die Antwort nicht. Ich bin keine der beiden Geschichten allein. Ich bin beide zugleich – die Tochter von Krataiis und Deimos, verraten von jemandem, den ich nie geliebt habe, gefürchtet von Generationen von Seeleuten, die nur meinen Namen kannten, nicht meine Geschichte. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten gehört mein Leben wieder mir allein. Und diesmal entscheide ich selbst, was ich damit mache. "Have you seen my dogs? They really wanna eat – I mean, meet you!"
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Ich könnte mir auch vorstellen, dass die beiden auch mal zusammen reisen. 


