I. Risse in der Unterwelt
Hintergund
Unruhe zieht durch die Tiefen der Unterwelt. Was zunächst als vereinzelte Erschütterungen begann, hat sich zu einem wiederkehrenden Phänomen entwickelt. Selbst die Mauern des Tartaros bleiben davon nicht unberührt. Die gewaltigen Beben lassen uralte Ketten erzittern und nähren die Sorge, dass sich unter der Erde etwas regt, das besser für alle Zeiten gefangen bleiben sollte.
Die
volle Aufmerksamkeit der Götter richtet sich deshalb auf den Tartaros. Viele fürchten einen Ausbruch der Titanen oder vermuten andere Mächte hinter den Erschütterungen. Wächter wurden verstärkt, alte Sicherungen überprüft und selbst unter den Unsterblichen wächst die Anspannung. Während die Blicke auf die tiefsten Abgründe der Welt gerichtet sind, geschieht andernorts etwas weit Merkwürdigeres.
An verschiedenen Orten der Unterwelt erscheinen für kurze Augenblicke
seltsame Risse. Sie öffnen sich ohne erkennbares Muster, bestehen nur wenige Momente und verschwinden ebenso plötzlich, wie sie entstanden sind. Ihr Ursprung bleibt unbekannt. Mit einigen dieser Risse
verschwinden Seelen. Die Erscheinungen entziehen sich selbst der Ordnung der Unterwelt. Weder ihre Herkunft noch ihr Verlauf lassen sich eindeutig nachzeichnen, sodass selbst den Herrschern der Unterwelt keine eindeutige Ursache oder Spur zugänglich ist.
Zunächst fällt dies kaum auf. Doch inzwischen mehren sich Berichte über Verstorbene, die wieder in der Oberwelt gesehen worden sein sollen. Manche erscheinen schemenhaft, andere gewinnen nach und nach ihre Gestalt zurück. Die meisten besitzen nur wenige Erinnerungen an ihr vergangenes Leben, während andere nicht einmal ihren eigenen Namen kennen. Auch längst totgeglaubte Wesen, vergessene Satyrn, Nymphen und besiegte Monster wurden vereinzelt wieder gesichtet.
Niemand weiß, weshalb dies geschieht. Niemand kann sagen, wer dahintersteckt. Und niemand weiß, wie weit sich dieses Phänomen bereits ausgebreitet hat.
Beobachtungen & Vorfälle
Die folgenden Ereignisse basieren auf Gerüchten, Augenzeugenberichten und unbestätigten Erzählungen.
- An verschiedenen Orten Griechenlands sollen Verstorbene gesichtet worden sein. Einige wurden erkannt, andere nicht eindeutig identifiziert. Viele wirken zunächst körperlos oder geschwächt, stabilisieren sich jedoch mit der Zeit.
- Die Erinnerungen der Betroffenen sind häufig bruchstückhaft. Manche kennen ihren Namen nicht mehr, andere erinnern sich nur an Fragmente ihres früheren Lebens. Erinnerungen können im Spielverlauf zurückkehren.
- Neben Sterblichen wurden vereinzelt auch andere Wesen gesichtet, die als tot oder vernichtet galten – darunter Nymphen und Monster.
- Versuche der Götter und ihrer Verbündeten, die Ursache zu finden, blieben bislang erfolglos. Die Erscheinungen treten unregelmäßig auf und entziehen sich jeder Untersuchung.
- Zeitgleich sorgen die Erschütterungen des Tartaros weiterhin für Unruhe innerhalb der göttlichen Welt. Ein Zusammenhang ist nicht bestätigt.
Fest steht lediglich eines: Die Grenze zwischen Leben und Tod ist nicht mehr so unverrückbar, wie sie einst war.
Charakterwissen
Die Erschütterungen des Tartaros sind vielen Göttern und den Bewohnern der Unterwelt bekannt. Über ihre Ursache wird spekuliert. Die häufigste Vermutung ist eine Verbindung zu den Gefangenen des Tartaros.
- Die Existenz der Risse ist nur wenigen bekannt. Sie treten zufällig auf und können nicht lokalisiert werden.
- Berichte über zurückgekehrte Verstorbene verbreiten sich als Gerüchte. Manche halten sie für Einbildung, andere glauben an ihre Echtheit.
- Weder die Götter noch die Herrscher der Unterwelt können die Ursache der Ereignisse eindeutig bestimmen oder Rückkehrer zuverlässig aufspüren.
- Rückkehrer erinnern sich nur bruchstückhaft an ihr früheres Leben; die Rekonstruktion ihrer Erinnerungen ist nicht garantiert, darf aber im Inplay erkundet werden.
Wichtig: Weder Charaktere noch Spieler:innen kennen die Ursache der Ereignisse. Alle Theorien dürfen ausgespielt werden, sind aber nicht bestätigt.
Shortfacts
- Der Tartaros wird von wiederkehrenden Beben erschüttert. Die Ursache ist unbekannt; ein Zusammenhang mit den Gefangenen wird vermutet. Das besorgniserregendste Beben geschieht am 25. Metageitnion.
- In der Unterwelt erscheinen vereinzelt Risse, die sich nach kurzer Zeit schließen; sie sind nicht vorhersagbar oder lokalisierbar.
- Durch die Risse können Seelen in die Oberwelt gelangen.
- Die ersten Rückkehrer tauchen am 25. Metageitnion auf, die Risse öffnen sich jedoch immer wieder sporadisch bis zum 3. Boëdromion.
- Rückkehrer bilden ihren Körper nach und nach neu aus und entsprechen ihrem früheren Selbst.
- Erinnerungen sind meist fragmentarisch und können sich im Spiel zurückentwickeln.
- Rückkehrer sind lebendige Wesen und keine Geister oder Untoten.
- Sterbliche bleiben sterblich und können erneut sterben; ein erneuter Tod führt zur Rückkehr in die Unterwelt.
- Neben Sterblichen können auch Nymphen, Monster und andere Wesen betroffen sein.
- Rückkehrer sind für die Götter nicht zuverlässig auffindbar.
- Nicht jeder Verstorbene kehrt zurück.
Wichtig: Zurückgekehrte Seelen
müssen vorab vorgestellt und mit dem Team abgesprochen werden.
Teilnahme
Mit diesem Plot ist es erstmals möglich, verstorbene Figuren als Rückkehrer in die Oberwelt zurückzuführen. Grundsätzlich können alle bekannten heroischen Figuren der griechischen Mythologie zurückkehren, sofern sie ins Forumskonzept passen und vorher abgesprochen wurden. Auch besondere Wesen können im Einzelfall zugelassen werden.
Besonderheiten
- Götter können die verschwundenen Seelen nicht auffinden und erkennen sie bei Interaktionen als reguläre Sterbliche.
- Rückkehrer starten meist mit fragmentarischen Erinnerungen.
- Erinnerungen können sich im Spielverlauf entwickeln.
- Rückkehrer sind lebendig, aber nicht unsterblich.
- Ein erneuter Tod ist endgültig.
Bei Unsicherheiten oder individuellen Plotideen steht das Team jederzeit zur Verfügung, um gemeinsam passende Lösungen zu finden. Melde dich dafür gerne bei uns.